Ich war Sonntagmorgen von unserem Haus zu dem in 350 Meter entfernten Bäcker auf dem Weg um Kürbiskernbrötchen zu holen. Meine neue Outdoor-Hardcore-Extreme- Jack Wolfshaut Jacke sollte mich zu diesem Ereignis begleiten. Mit kaum über 6 Grad und Nieselregen herrschte ein mehr als fieses Wetter, was meiner Vierfach-Imprägnierung mit finnischem Rentierschmalz überhaupt nichts anhaben konnte. Die vom Nachbardach mit der Stärke 2 bis 3 fegenden Fallwinde habe ich mit dem abriebfesten Windstormer-Kapuzenschild mit 3-Punkt-Reguliersystem perfekt gemeistert. Auch den 20 Zentimeter hohen Anstieg zur Ladentür schaffte ich ohne Zwischenfälle. Hier konnte ich auf mein gutes Gefühl vertrauen, welches mir die Seitentaschen mit klettergurtkompatiblen Karabiner-Einsätzen verliehen. Ein Abseilen wäre somit jederzeit möglich gewesen. Auch einer Hubschrauberrettung stand mit diesem Equipment nichts im Weg.
Den beim Betreten des Geschäfts auftretenden Temperaturwechsel um knappe 9 Grad konnte ich mit meinen hydromagnetisch gesteuerten Achselreißverschlüssen meistern. Bis dahin haben sich die 920 Euro Kaufpreis voll und ganz gelohnt.
Erst als ich beim Rückweg meinen Nachbarn in einer Southface High Buster Ultra Polar- Jacke zum Briefkasten gehen sah, fühlte ich mich schon etwas underdressed.
Millionen von Leuten sprechen mich seit Monaten auf der Strasse an, ob es nicht möglich wäre einen Newsletter zu abonnieren, um bei neuen Artikel per Email informiert zu werden.
Ja, es ist möglich. Sowohl in diesem Blog, als auch im Thailand Blog ist dies nun separat möglich.
Es könnte eine einfache Überschrift sein: Start-Ziel-Sieg von Andre.
Wenn, ja wenn der heutige Go-Kart-Contest nicht von einem traurigen Ereignis überschattet werden würde. Der als Favorit gehandelte Michael wurde aufgrund einer Fehlentscheidung des Streckenposten disqualifiziert. Trotz des beim Start vorliegenden sechsten Platzes, kämpfte er sich durch präzises, fehlerfreies Fahren Platz um Platz nach vorne. Er funktionierte wie ein Uhrwerk.
Die durch Unachtsamkeit von Nico verursachte erste Gelbflaggen-Phase konnte die hinter Michael liegende Konkurrenz wieder aufschließen lassen. Der Schreck saß bei allen Beteiligten tief als sie mit ansehen mussten wie mit 12,3 km/h ein herannahendes Fahrzeug frontal in Nicos Rennschüssel raste.
In der siebten Runde mußte dann Gerry aufgrund eines Materialschadens aufgeben. Ob hier eine Fremdeinwirkung stattgefunden hat, werden die Renningenieure um Stefan klären müssen.
In der zwölften Runde passierte es dann. Ein harter Kampf zwischen Severin und Heiko wurde Michael zum Verhängnis. Die beiden Kontrahenten schenkten sich in der Spitzkehre nichts und berührten sich kurzfristig an den Vorderrädern. Dies führte zu einer Verlangsamung der PS-Boliden. Der herannahende Michael konnte nur durch sein überdurchschnittlich ausgeprägtes fahrerisches Können einen fatalen Zusammenstoß verhindern. Das leichte Berühren der vorausfahrenden Verursacher reichte hingegen dem Streckenposten um eine Disqualifikation gegen Michael auszusprechen. Diese Disqualifikation wird wohl als größte Fehlentscheidung in die Geschichte des Motorsports eingehen.
Die Renningenieure des Teams Henning scheinen sich an diesem Tag in der Reifenwahl einen völligen Fehlgriff erlaubt zu haben. Die aufgezogenen Regenreifen verursachten nicht nur bei dem Fachpublikum Kopfschütteln, selbst aufmerksame Zuschauer konnten diesen Fauxpas nicht verstehen. In der Pressekonferenz klagte Henning dann auch über eine unruhige Hinterachse.
Als große Enttäuschung muss hier wohl Heiko genannt werden. Trotz der guten Vorarbeit seines Teams kam er anscheinend mit der Strecke nicht zurecht. Der Pressekonferenz wohnte er nach dieser schlechten Platzierung nicht mehr bei. Auf dem Weg zu seiner Box sagte er den wartenden Reportern nur: ” Zu viele Kurven” und verschwand.
Den ersten Platz in der Frauenwertung konnte Iris für sich verbuchen. 24 blaue Flaggen in einem Rennen sind ein neuer Rekord. Der Platzwart klagte über eine extreme Abnutzung der blauen Flagge und behält sich vor den “Rennstall Iris” zu verklagen.
Norman konnte sich als Neuling in der Klasse der Übergewichtigen den dritten Platz sichern. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten am Fahrzeug des zweitplatzierten Philipp, kann es aber noch zu einer eventuellen Verschiebung der Platzierung kommen.
Steffen fuhr ein sehr unauffälliges Rennen, nur beim anschließenden Gruppenfoto drängte er sich auf den ersten Platz. Wenn er diese Aggressivität und dieses Durchsetzungsvermögen während des Rennens abrufen hätte können, wäre der ein oder andere Punkt in der Endwertung möglich gewesen.
Karsten hat seine aus ganz Deutschland angereisten Fans nicht enttäuscht. Es sind nicht die guten Platzierungen die die Fans so an ihm lieben. Es sind die Showeinlagen die diesen Mann aus der Motorsportszene berühmt gemacht haben. Lockeres, einhändiges Fahren und Grüßen in der S-Kurve sind dabei nur kleinere Kunststücke aus seinem anscheinend nie enden wollenden Repertoire. Auf der nicht so gut einsehbaren Gegengeraden haben einige dort postierte Streckenposten sehen wollen, wie Karsten während des Rennens einen Kaffee gekocht hat und sich in dem eigens angefertigten mobilen Dönergrill einen Döner mit alles außer Scharf zubereitet hat.
Eine Überraschung konnte Severin für sich verbuchen. Das sein Rennteam beim örtlichen Schützenfest besser aufgehoben wäre als auf der Rennstrecke ist hinlänglich bekannt. Umso erstaunlicher ist, dass Severin im Ziel angekommen ist.
Einen besonderen Dank gilt Luca, der diesen verrückten Rennzirkus gekonnt mit der Kamera festgehalten hat.